Dokumentiere nicht nur die Pflege – mach deinen Aufwand sichtbar.
Pflegende Angehörige leisten jeden Tag Enormes. Und trotzdem wird der tatsächliche Pflegeaufwand im Alltag oft unterschätzt. Mit dem CAREfamilia Pflegetagebuch zur Pflegeeinstufung erhältst du einen klaren, verständlichen Leitfaden, der dir hilft, deine Pflegesituation über 14 Tage strukturiert festzuhalten. So kannst du dich gezielt auf die Pflegeeinstufung vorbereiten und deinen Unterstützungsbedarf nachvollziehbar dokumentieren.
Wozu dient das Pflegetagebuch?
Das Pflegetagebuch hilft Ihnen, sich auf die Pflegeeinstufung durch das Pflegeeinstufungsteam vorzubereiten und das Verfahren besser zu verstehen. Dazu unterstützt das Pflegetagebuch Sie dabei, Ihren objektiven Pflegebedarf zu ermitteln und sich Ihre aktuelle Pflegesituation genau vor Augen zu rufen:
- Für welche Tätigkeiten benötigen Sie wie häufig Unterstützung durch andere Personen?
- Wie selbstständig bewältigen Sie Ihren Alltag?
- Welche Tätigkeiten können Sie eigenständig durchführen?
Wann sollte ich ein Pflegetagebuch führen?
Führen Sie ein Pflegetagebuch, wenn Sie:
- pflegebedürftig sind (oder eine pflegebedürftige Person betreuen),
- noch keine Pflegestufe beantragt haben
- wenn Sie bereits eine Pflegestufe haben und Sie eine höhere Einstufung beantragen wollen
Wie sollte ich das Pflegetagebuch führen?
Führen Sie das Pflegetagebuch ruhig er einige Zeit, denn kein Tag ist wie der andere. Wir empfehlen Ihnen einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen. Überprüfen und wiederholen Sie während dieser Zeit Ihre Selbsteinschätzung ein paar Mal. So können Sie Ihre Angaben bei Bedarf korrigieren oder ergänzen. Halten Sie auch tägliche Besonderheiten fest und notieren Sie sich das Datum und die Tageszeit Ihrer Beobachtungen. Einige Tätigkeiten können Ihnen am Abend schwerer fallen als noch am Vormittag. Wir empfehlen Ihnen außerdem, die ungefähre Dauer der Unterstützung in Minuten pro Tag zu notieren. Zeitangaben lassen besonders genau auf den Umfang Ihres Unterstützungsbedarfes schließen.
Wie prüft das Einstufungsteam?
Nach dem Einreichen des Antrages bekommen sie einen Termin für die Pflegeeinstufung. Seit August 2023 können die Einstufungsgespräche auch in den Räumlichkeiten des Amtes für Pflegeeinstufung stattfinden. Die Entscheidung, wo die Einstufung stattfindet, fällt der Arzt, der das Zeugnis ausstellt. Normalerweise geht es um die Transportfähigkeit eines Patienten. Ist diese nicht gegeben, wird eine Einstufung zu Hause gemacht. Allerdings kann man den Hausarzt auch bitten, eine Einstufung zu Hause zu machen, wenn ein Ortwechsel bei einem dementen Menschen z. B zu Unsicherheiten oder Ängsten führen sollte. Die Termine werden telefonisch vereinbart.
TIPP: Falls man länger als 4 Wochen stationär im Krankenhaus auf einer Abteilung ist, kann man den Facharzt nachfragen, ob er die Ausstellung des ärztlichen Zeugnisses durchführt, dieser führt es unentgeltlich durch.
Das Einstufungsteam informiert sich umfassend über Ihre Pflegesituation durch:
- ein Gespräch mit Ihnen und mit Ihren Pflegepersonen (ev. auch die Anwesenheit einer Pflegefachkraft möglich),
- eine körperliche Begutachtung (Aufstehen, umhergehen mit einer Überprüfung des Gangbildes, kleinere Turnübungen – sofern möglich)
- die Auswertung Ihrer Dokumente, zum Beispiel das ärztliche Zeugnis, Ihres Medikamentenplans und Ihres Pflegetagebuchs.
Bitte halten Sie folgende Dokumente für das Pflegeeinstufungsteam bereit:
- Zeugnisse von Fachärzten (nicht älter als 1 Jahr)
- gültiger Personalausweis, aller am Gespräch beteiligten Personen
- Berichte von betreuenden Diensten wie Physiotherapie, Logo- oder Ergotherapie usw.
- Aktualisierte Medikamentenliste
- Kopie der ärztlichen Unterlagen und Entlassungsbericht vom letzten Krankenhausaufenthalt
- Kopie der Bescheide zur Invalidität und Gesetz 104 und Geltungszeitraum
- Mappe vom Hauspflegedienst
- Ausgefüllte Skalen z.B Sturzskala, Mini Nutritional Skala, Perzentilenkurve (bei Kindern)
- Pflegetagebuch
Anhand der Informationen über Ihre Pflegesituation stellt das Team dann fest, wie selbstständig Sie Tätigkeiten in sechs verschiedenen Lebensbereichen (Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Ausscheidung, Mobilität, Unterstützung im psychosozialen Leben und Bedarf in der Haushaltsführung) ausführen können, und erstellt ein Gutachten anhand des Pflegeeinstufungsbogen VITA. Zusätzlich kann das Pflegeeinstufungsteams eine Empfehlung zur Prävention, zur Rehabilitation und zu Hilfs- und Pflegehilfsmitteln aussprechen. Der Bogen wird anhand eines eigenen Programms ausgewertet und die erhobenen Pflegeminuten einer entsprechenden Tabelle und somit der Pflegestufe zugeordnet.
Tipps für Ihre Selbsteinschätzung
- Nehmen Sie sich Zeit.
- Beobachten Sie Ihre Pflegesituation im Vorfeld.
- Gehen Sie die Kriterien einzeln durch und kreuzen Sie je das Zutreffende an oder tragen Sie die entsprechende Häufigkeit ein.
- Notieren Sie unter „Notizen“ für das Team ergänzende Beschreibungen zu den Kriterien.
- Jeder Punkt zählt bei der Gesamtberechnung. Vernachlässigen Sie daher keinen Bereich, auch nicht eines mit geringer Gewichtung.
- Führen Sie das Pflegetagebuch er einen längeren Zeitraum. Wir empfehlen Ihnen mindestens zwei Wochen.
- Wiederholen Sie Ihre Selbsteinschätzung in dieser Zeit ein paarmal.
- Überprüfen Sie dabei Ihre Angaben und korrigieren oder ergänzen Sie bei Bedarf.
- Einige Tätigkeiten können Ihnen am Abend schwerer fallen als noch am Vormittag. Notieren Sie solche Besonderheiten.
- Notieren Sie möglichst auch die ungefähre Dauer Ihrer Unterstützung in Minuten pro Tag. Zeitangaben sind nicht zwingend nötig, lassen aber besonders genau auf den Umfang Ihres Unterstützungsbedarfes schließen.
- Seien Sie ehrlich und beschönigen Sie nichts.
- Fragen Sie das Einstufungsteam, ob sie eine Audioaufnahme des Gespräches führen dürfen, damit Sie sich noch an Aussagen erinnern können.
Bedenken Sie: Nicht große Selbstständigkeit, sondern ein großer Unterstützungsbedarf führt zu einer höheren Pflegestufe.
Bitten Sie Familienangehörige, Freund*innen und Pflegekräfte um eine Einschätzung. Es kann schwerfallen, die eigene Selbstständigkeit und die Häufigkeit der Unterstützung richtig einzuschätzen. Auf jeder Seite finden Sie auch die Angehörigenbelastung. Seien Sie ehrlich und verleihen Sie ihrer Belastung Ausdruck.
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